Treffen sich Tee und Kanne auf eine Tasse

Wohin die Teestraße führt, was ein Samowar ist und welche Methoden es gibt damit Tee nicht staubig schmeckt lest ihr in meinem ersten Blog-Eintrag 🙂

 

Tea time bei Betty’s

Vor ein paar Wochen war ich in York bei Betty’s, einem traditionellen englischen Teehaus.

Ehrlich gesagt bin ich kein großer Schwarztee-Fan. Aber nach dem ersten Schluck wusste ich, warum die Schlange vor Betty’s manchmal ums Haus herum führt.

Zur tea time gab es einen scone mit Butter und Marmelade. Man bekommt zwei silberne Teekannen. In der einen ist der Tee bereits aufgegossen und in der anderen ist nur heißes Wasser.

Ist die erste Kanne leer, kann man mit dem heißen Wasser der zweiten Kanne den restlichen Tee aufgießen. Der Schwarztee wird mit Milch und Zucker serviert und schmeckt köstlich!

Aber wie war das jetzt noch schnell mit dem Tee?

 

Eine Reise auf geziegelten Straßen

Man glaubt es kaum, aber die britische Teekultur geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Nicht nur die Briten, sondern auch Russen sind berühmte Teetrinker!

Die sogenannte „Teestraße“ ging von China, in die Mongolei, durch die Wüste Gobi in den Westen bis nach St. Petersburg. Der Tee wurde für den Transport zu harten Ziegeln gepresst. Man konnte mit den Ziegeln sogar bezahlen!

Über den Seeweg haben arabische und indische Händler schon vor den Europäern Tee aus China in die Länder am Persischen Golf gebracht. Grüner Tee wurde von britischen und holländischen Händlern im 18. Jahrhundert bis nach Marokko transportiert.

 

Wasser und Luft am Weg in die Tasse

In Nordafrika wäscht man den Minztee, damit er nicht staubig schmeckt. Das Waschwasser schüttet man weg. Der erste Aufguss wird auch weggeschüttet, damit der Tee nicht zu bitter wird. Erst jetzt wird ein Bündel Minzblätter dazu gegeben und mit Wasser aufgegossen. Für eine halbe Stunde zieht der Tee und es wird ein großes Stück Zucker hinein gegeben.

Mit Schwung gießt man den Tee von oben in ein Glas. Das ist wichtig, damit viel Luft an den Tee kommt und er ein bisschen abkühlt. Der Tee wird dann wieder in die Kanne zurückgeleert. Insgesamt wird das drei Mal wiederholt. Die Zubereitung ist eine Wissenschaft! Viel komplizierter als einfach einen Teebeutel mit heißem Wasser aufzugießen 😉

 

Samowarst du schon?

Wer von euch hat schon einmal etwas von einem Samowar gehört? Ok, ihr seid nicht die Einzigen 😉 Das ist ein beheizter Teekocher und er wird im arabischen Kulturraum, in Persien und auch in der Türkei verwendet. Ursprünglich kommt dieser bauchige Teekocher aus Russland.

Der russische Name bedeutet „Selbstkocher“. In diesem Messing- oder Kupfergefäß wird das Wasser kurz unter dem Siedepunkt warm gehalten. Also kocht es noch nicht, aber fast. Aus einem Hahn kann das Wasser abgelassen und damit der Tee aufgegossen werden. Ein Samowar ist eigentlich ähnlich wie eine Thermoskanne, die beheizt wird.

Das ist schon praktisch, weil man sich nicht darum sorgen muss, dass das Teewasser auskühlt. Einen Samowar gibt es in verschiedenen Größen und sie sind zu Hause oder in orientalischen Teehäusern in Gebrauch.

 

 

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